Archiv für Februar 2012

Offenbach – SVD (Pokal)

Spiel: Beide Mannschaften neutralisierten sich streckenweise, hauptsächlich kam es in der ersten Hälfte zu größeren Torchancen. In der zweiten Halbzeit viel Leerlauf, in der Verlängerung hatten beide Teams je eine Riesenchance um das Spiel zu entscheiden, am Ende musste dafür aber das Elfmeterschießen herhalten. Nach 20 Elfmetern war das Glück auf der Seite der falschen. Endstand: 8:7 Kopf hoch Boele!

Stimmung: Rund 1.800 Heiner (insg. nur 5.200 Zuschauer) begleiteten die Lilien am Dienstagabend, der Großteil davon mit dem Sonderzug. Die Stimmung war auf beiden Seiten diesem old-school-Derby angemessen. Im Gästeblock gab es spielbedingt öfters auch ruhige Phasen, dafür aber fast vollständige Mitmachquoten und eine gute Lautstärke während der aktiven Phasen der 160 Minuten auf dem Berg. In der Halbzeitpause zunächst kleinere Rennereien im Gästesitzplatzbereich mit dem Fokus auf die benachbarten Heimsitzplätze, als Reaktion darauf überannten einige Offenbacher die Ordnerkette am Rande ihrer Stehplätze – wurden von der Polizei aber bald zurückgedrängt. Unterm Strich ein Derby das viel von der Pokalspannung lebte und dementsprechend nicht enttäuschte. Im Ligabetrieb wäre das Spiel aber leicht in die Langeweileabteilung des Hinspiels geraten.

DERBY!

Burghausen vs. SVD

„Fahr‘ Zug!“ hamse gesagt, „wird günstig!“ hamse gesagt…“

Was für eine verblödete, idiotische, einfach geile, Pulliflecken entfachende Idee!
Fanden jedenfalls einige wackere „Menschen“, die sich auf den unterschiedlichsten Wegen ab Freitagabend halb 8 zum Bahnhof nach Aschaffenburg aufmachten, um von dort mit Anlauf ins Verderben zu springen und sich vom Automaten den Passierschein zur Hölle, die Bayerntickets, ausdrucken zu lassen.

Genau, es geht um Burghausen, jenen schwarz-weißen Fleck auf der Landkarte, nicht weit Weg vom braunsten Fleck aller Landkarten, dennoch an einem anderen Fluß und nicht nur gefühlt näher an Wien, Österreich-Ungarn und den Kaparten als an Südhessen gelegen.
Dummerweise hatte sich halb Darmstadt schon mehr damit beschäftigt, wie man denn zum Nachholspiel unter der Woche arbeitnehmerfreundlich anreisen könnte, denn sich mit einer Anreise zum planmäßigen Termin am 25.Februar zu befassen. „En Bus? Weißte, was des wieder an Storno kost‘? Fußball ist kein Wintersport!“

Wo sollte das nur enden? Um 0:22 Uhr in Nürnberg, vorerst. Denn vor 5:10 Uhr ging keine Regionalbahn mehr gen Süden. „Fahr‘ Zug!“, hamse gesagt, „wird lustig!“, hamse gesagt…. Selbstverständlich hatten wir bis dato in unserer bekannt liebenswürdigen Art bereits die ultraorientierten Szenen aus Bochum und Nürnberg auf uns aufmerksam gemacht und waren nun aufgrund der zahlenmäßigen Unterlegenheit auf osteuropäische Unterstützung angewiesen. Details ersparen wir uns, was in Nürnberg war, bleibt in Nürnberg.
Nur wir nicht, uns (da Nina nicht mitwollte, ging der letzte freie Ticketplatz an William’s Fleck auf‘m Pulli) zog es leicht komatös weiter gen München, Mühldorf, Kastl, und Burgkirchen. Je weiter wir kamen, desto größer wurde der Gestank, desto dreckiger wurde es entlang der Bahnstrecke und desto einsamer wurde es in den Waggons. Lag‘ aber alles an uns. Nur Totti putzte unaufhörlich seine Zähne.

Um 9:22 Uhr trat ein, womit niemand ernsthaft gerechnet hatte: Die Bahnstrecke war zu Ende und ein Schild mit der Aufschrift „Burghausen“ lachte uns an.
4,5 Stunden vor Anpfiff war auf den Straßen keine Menschenseele zu erblicken. Das änderte sich zwar auch 4,5 Minuten vor dem Anpfiff nicht grundlegend, aber der Satz machte sich jetzt gerade so gut. Hätte uns kein Schild den Weg gewiesen, die wenigen verstreuten Einheimischen uns nicht aufgeregt gewunken, wie die Titanic-Passagiere den Rettungsbooten, nein, wir hätten dort hinter diesen Gässchen kein Stadion erwartet.

Zum Glück ereilte uns vor dieser Reise eine weise Voraussicht: Fährst du in die Berge, nach Österreich, so führe stets die Badehose mit, oder sei dreist genug Dir im Schwimmbad direkt hinter dem Gästeblock eine zu ziehen. Drei Stunden Bäderwelt Burghausen, Dampfbad, Solebecken und Sonnenterasse mit besserem Blick als aus dem Gästeblock: Was willste mehr? Warum keiner die gezogene Badehose am Zaun präsentierte (rückwärtig zum Schwimmbad natürlich) – gute Frage, hammer vergessen, sorry an ultras.ws.

Die Anreise der DAltons samt Rantanplan konnte heute irgendwie nicht verschwiegen werden, nun ist es aber Zeit das Zähneputzen auf einmal je Halbzeit zu beschränken und endlich seriös zu werden:

Zum Spiel:
Spiel? 1:1, siehe unten, fällt heute definitiv unter „Rest“.

Zum Rest:
Burghausen mit großem Banner „Fußball ist kein Wintersport!“. Kann man Ihnen nur recht geben, aufgrund dieser kurzfristigen Spiel-Nicht-Absage waren wir ja auch nur 80 Leute in Burghausen, Frechheit sowas! Dann noch jede Menge Spruchbänder mit Pressezitaten, die belegen sollten, dass ständig im Winter Spiele ausfallen. Überraschend. Strukturstarke Region, dieses Oberbayern. Woanders hätte man jedenfalls nicht so viel Geld für Farben und Tapeten… Jungs, Ihr habt ja Recht, aber ob’s irgendwen interessieren wird, wenn da fünf Minuten vor Anpfiff für 10 Sekunden ein Spruch nach dem anderen im Block hängt, den der Kicker und co. schon zigtausendfach ohne Wirkung verkauft haben?
Stimmung dann durchaus ordentlich und annehmbar, halt nicht unser Stil, aber gemessen an dem, was erreicht werden soll und kann auf jeden Fall in Ordnung.

Auf unserer Seite in Halbzeit eins Konzentration auf das nicht vorhandene Spielgeschehen, nur unterbrochen von wenigen Schlachtrufen und dem Zähneputzen von Totti. In Halbzeit zwei dagegen konsequente Einflussnahme auf das Spielgeschehen: Dem Burghausener Keeper, der sich nun direkt vor uns postieren musste, noch vor dem Wiederanpfiff die „schlimmsten 45 Minuten seines Lebens“ angekündigt, wurde die Prohpezeihung bald wahr. Vollath schien sich zunehmend von den Zwischenrufen gegen Ihn beeindruckt zu zeigen und nervös machen zu lassen. Nach handgezählten 18 nervösen, aber sicheren Griffen zu seiner Trinkflasche in nur 23 Minuten, griff er bei einem harmlosen Freistoß der Lilien kapital – aber immer noch sichtlich nervös – am Ball vorbei und sorgte für Jubel im Gästeblock. Die nun folgende Drangphase wurde annehmbar supportet, viel mehr aber unser Torschütze Vollarth gefeiert. Jeder Abschlag kam nun zu uns, der Keeper wackelte. Leider zielten unsere Jungs zu sehr auf die Ecken und trafen das Tor nicht mehr. Dabei hätte nun ein Schuss auf die Tormitte völlig genügt… Ja, wir geben es unumwunden und gerne zu: Der Ausgleichstreffer gehört zu 50% uns! Wenn es jemals einen Support gab, der der eigenen Mannschaft genützt hat, dann den der zweiten Halbzeit heute.

Die gründlichen, aber freundlichen Ordner verabschiedeten uns mit dem Kompliment der lustigste Gästeblock aller Zeiten gewesen zu sein in Richtung Bahnhof… Naja, den Rest kennt ihr: „Fahr‘ Zug!“ hamse gesagt…

Den ausführlichen Bericht mit Erwähnung der Katzenfrau & Kami-Katze aus Würzburg, der Wahrheit über 44 Stunden wach, den Kniffel-Regeln, dem Verbleib der Badehose und der Zahnbürste und die Auflösung, was sich hinter MOGG, HANUSCHNI und den von neun Mann aufgelösten Nazi-Aufmarsch in Landshut verbirgt, wieso Fleischwurst nie all‘ wird und ein Cheesburger durch die Republik reiste, warum Schaffner ‚Dickies‘ tragen und Dosenbier nicht in den Schrank gehört… ja, all das erfahrt ihr in unserem nächsten Fanzine „Scheiß AFD“. Vielleicht.

SVD vs. Wehen-Wiesbaden

Spiel:
In einer schwachen Partie unterlag der SVD dem SV Wehen-Wiesbaden mit 0:1.
Die Gäste überließen die Partie von Anfang an den Lilien und waren lediglich durch Konter gefährlich.
In der 34. Minute konnte der SV Wehen-Wiesbaden durch Steffen Wohlfarth in Führung gehen. Vier Minuten später sah Nikolas Ledgerwood vom SV Wehen Wiesbaden nach einer Tätlichkeit die Rote Karte. Doch der SVD konnte trotz der Überzahl nicht mehr den Ausgleich erzielen, und so hat man trotz den vielen Spielanteilen keinen Punkt am Böllenfalltor behalten können.

Support:
Die Stimmung passte sich auf beiden Seiten dem Spiel an und es kam nur wenig Stimmung im heimischen Stadion auf.
Von den 4000 Fans dürften etwa 200 aus Wehen gekommen sein.
Lediglich mit einer kleinen Pyro-Aktion konnten die Gäste auf sich aufmerksam machen.