Materialverbote Darmstadt – Münster

Der Fanverein Darmstadt 98 zu:
Materialverboten für Gästefans aus Münster am Böllenfalltor

Mit Erschrecken mussten wir aus Münsteraner Fankreisen erfahren, dass den Fans des SC Preußen beim Gastspiel in Darmstadt in Absprache der beiden beteiligten Vereine mit der Polizei die Mitnahme fast aller gängigen Fanutensilien untersagt wurde.

Die Anhänger aus Münster dürfen weder Fahnen, Schwenkfahnen, Zaunfahnen noch andere Banner mit sich führen, von großen Choreographien ganz zu schweigen. Dabei sind es doch erst solche Stilmittel, die den Fußball zu dem bunten und beliebten Sport machen, wie wir ihn kennen. Jeder Fan sollte die Möglichkeit haben, seine Vereinsliebe und seine Vereinsfarben auch optisch zu präsentieren. Ein Gut, das so eigentlich nie in Frage gestellt wurde: Reden wir doch von keinerlei illegalen Materialien, sondern von Dingen die man so in jedem Vereinsfanshop zu kaufen bekommt und die zur Deckung der Vereinsetats beitragen.

Die Begründung für die Verbote wird in den Vorkommnissen beim Auswärtsspiel der Preußen beim VfL Osnabrück gesehen. Dort wurde aus einem Block von tausenden SCP-Fans ein Böller geworfen, dessen Wirkung mehrere Menschen verletzte. Ein verachtenswerter Vorgang, der mit unserem Verständnis von Fankultur nichts zu tun hat. Da sind sich auch die SCP-Anhänger mit uns einig, wie sie beim darauf folgenden Heimspiel mit Spruchbändern demonstrierten.

Wir hoffen, dass der Täter gefunden und bestraft wird. Wir sprechen uns aber ausdrücklich und vehement gegen diese Art der Kollektivbestrafung und Vorabkriminalisierung aus, die sich für den kommenden Samstag andeutet. Mit dem Verbot dieser Fanutensilien wird kein Böllerwerfer und kein Chaot bestraft, sondern die redlichen Fans, auf deren Unterstützung man eigentlich hofft, wenn es darum geht derartige Vorfälle aufzuklären. Sollten diese Verbote darauf abzielen, einen möglichen Sichtschutz zum Anzünden und Werfen von Böllern zu verbieten, möchten wir die handelnden Personen ausdrücklich auf die Größe und optische Unauffälligkeit dieser Böller aufmerksam machen. Selbst ein Stadionheft, ein Regenschirm, oder ein Passant würden genauso als Sichtschutz genügen.

Daher sehen wir in der Maßnahme eine rein willkürliche Entscheidung, die weniger der Prävention dient, als bereits im Vorfeld der Partie Unverständnis und Unmut zu streuen – im Grunde genau das, was polizeiliche Maßnahmen normalerweise verhindern sollten.

Fanverein Darmstadt 98 e.V.