Archiv für Dezember 2010

Cenci, mi buen amigo

Che, mein guter Freund, diese Saison kämpf(t)en wir nochmals Seite an Seite
- so die recht freie Übersetzung des argentinischen Stadionklassikers.

Nach dem halbjährigen Gastspiel (man könnte es auch „Apertura“ nennen), in der Wahl- und Herzensheimat Darmstadt, zieht es unseren Lieblingsargentinier zurück in den Großraum Buenos Aires, nach Quilmes, weniger zur dortigen Brauerei, denn zur eigenen Familie.

Ein Wunsch, dem man durchaus Respekt zollen sollte. Zwar ist es schade für uns, dass ein solch charismatischer Kicker, der immer mit Herzblut dabei war, schon mit 32 Jahren seiner aktiven Fußballkarriere Lebewohl sagen will. Auf der anderen Seiten passt es nur wieder zum Menschen Matias Esteban Cenci, den wir kennen uns lieben gelernt haben, dass er es vorzieht seiner Familie in wichtigen Zeiten beizustehen und die Karriere als Fußballprofi zur Nebensache wird.

Viel zu kurz war der neuerliche Auftritt am Böllenfalltor, um nochmals so großartige Stories zu schreiben, wie wir Sie alle noch in Erinnerung haben.
Wer denkt beim Namen Cenci nicht mehr an das legendäre Fallrückziehertor gegen Koblenz, dass es nur dank Teenieschwarm Lukas Podolski damals nicht zum Tor des Monats brachte? Neben den fußballerischen Fähigkeiten, war es aber stets der emotionale Matias Cenci, der uns Freude bereitete, der ihn zu einem von uns machte.
Genau wie er sich im Stillen als respektvoller Mensch erwies (man erinnere sich an sein Tor mit Wehen gegen uns, nachdem er jeden Jubel verweigerte), zeigte er uns im hektischen Momenten, wie sehr er genauso bei der Sache ist wie wir (wisst ihr noch, was dem ein oder anderem Spieler aus Hoffenheim passierte, nachdem sie 90 Minuten lang mit Schwalben und Nicklichkeiten auffielen und zum krönenden Abschluss unseren damaligen Trainer Labbadia tätlich angriffen?).

Genug in Erinnerungen geschwelgt: Das hier wird doch kein Nachruf! Es ist niemand gestorben, und Argentinien ist so weit weg nun auch wieder nicht. Ein Wiedersehen ist wahrscheinlicher als dass es ausgeschlossen werden kann.
Wer dafür aber nicht extra ein Flugticket buchen möchte, der sollte sich am kommenden Dienstag besser nichts vornehmen. Weitere Infos folgen…

Bis dahin passen die letzten Zeilen des bereits zitierten Liedes:
Yo te sigo a todas partes – cada vez te quiero mas!

Che

Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren!

Unter diesem Motto startete dieser Tage eine Faninitiative in Deutschland. Ihr Ziel ist die Legalisierung von Pyrotechnik im Stadion, bei gleichzeitiger Ankündigung des Verzichtes auf Böller oder ähnliche Knallmittel, sowie das Werfen von pyrotechnischen Artikeln.

Auch wir sind der Meinung, dass die Kriminalisierung von Pyrotechnik erst zu einer wirklichen Gefahr führt, da der „Täter“ so gezwungen wird die Fackel o.ä. schnellstmöglichst im Schutz der Masse auf dem Boden verschwinden zu lassen. Ein kontrolliertes Abbrennen in der Hand, wie es in anderen Ländern legal oder zumindest geduldet stattfindet, fördert dagegen die Atmosphäre – gerade bei Abendspielen – und birgt kein besonderes Sicherheitsrisiko.

Wir freuen uns, dass der DFB erste Gesprächsbereitschaft gezeigt hat. Allerdings wird auch der Gesetzgeber eine Reaktion zeigen müssen, um zu ähnlichen Ergebnissen zu kommen, wie die sehr erfolgreiche österreichische Kampagne „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“.

Informationen zur Kampagne findet ihr unter: http://pyrotechniklegalisieren.blogsport.de